Neuinszenierung der Dachstein Höhlen:

Kunst und Höhle.

Überwältigt vom Naturschauspiel dieser geheimnisvollen Orte haben Menschen bereits vor Tausenden Jahren ihre Spuren in Form von Kunst in später entdeckten Höhlen hinterlassen.
In den Dachsteinhöhlen können die Besucher seit einigen Jahren die Kunstwerke junger Künstler der Kunstuniversität Linz / Raum & Designstrategien entdecken.

Nicht mehr mit steinzeitlichen, sondern mit zeitgenössischen Mitteln wurde hier das Erlebnis ungeahnter Räume auf besondere Weise bewusst und erlebbar gemacht. Einige Projekte wollen wir beispielhaft beschreiben - das eigentliche Erlebnis lässt sich jedoch weder in Bild noch Text umfassend darstellen: Wie könnten Licht und Ton anders als vor Ort in Zusammenhang
mit der Natur erlebt werden?

Mehr Information über das Projekt Kunstinszenierung.

Breathe

Breathe Licht- und Toninstallation, 2006, Dachstein Rieseneishöhle Alexander Wiethoff
Durch eine sich im Raum dynamisch entwickelnde und im Rhythmus des menschlichen Atems pulsierende Licht- und Soundinstallation erlebt man die gigantische Rieseneishöhle als "lebenden Organismus". Synchronisiert sich sein Atem, entsteht das Gefühl im Inneren eines "Lebewesens" Teil des gewaltigen Dachsteinmassivs zu werden. Gleichzeitig wird die stetig dynamische Veränderung der Eisformation thematisiert.

La Linea

La Linea

La Linea Höhlenscan Laser Installation, 2006, Dachstein Mammuthöhle Georg Brunader, Johannes Dichtinger, Harald Freudenthaler
Hier wird nicht in das Jahrtausende alte System des Dachsteins eingegriffen, sondern mit dem ohnehin Vorhandenen – der Höhle und ihrer steinernen Oberfläche - gearbeitet. Eine um 180 Grad geschwenkte Laserlinie zeichnet die Oberfläche der Mammuthöhle nach. Jene Figuren, die durch die bewegte Linie an der Wand entstehen, erinnern an eine Zeichentrickfigur des italienischen Cartoonisten Osvaldo Cavandoli: Das großnasige, stets nörgelnde „Linienmännchen“ namens „La Linea“ hat dieser Lichtinstallation den Namen verliehen.

Lichteinfälle

Lichteinfälle

Lichteinfälle Schatteninstallation, 2006, Dachstein Mammuthöhle, Judith Moser
Durch den scheinbaren Lichteinfall eines „gotischen Kirchenfensters“ wird der gesamte Höhlenraum verändert. Zuerst nur als ferner Schimmer wahrnehmbar, steht man plötzlich vor einem Fenster, das sich unerwartet in den Außenraum öffnet - das Massiv des Dachsteins wird so „entmaterialisiert“- die Gesteinsmassen über den Höhlen verschwinden in der Vorstellung.

In Wirklichkeit handelt es sich aber nur um ein Spiel aus Licht und Schatten, das die Erinnerung an einen sakralen Raum weckt und den leichten Schauer des düsteren, kühlen und etwas unheimlichen Innenraumes verstärkt spürbar macht. Bizarre Objekte aus Aluminiumblech oder Aluminiumdraht werfen an anderen Stellen Schatten, die sich aus der Form des Objekts nicht erklären lassen, aber als Schattenwurf an frühe Höhlenmalereien erinnern - diesmal mit einer Technik unserer Zeit auf den Höhlenwänden sichtbar gemacht.

I-Man Klettermax

I-Man Klettermax Videoprojektion, 2006, Dachstein Rieseneishöhle, Rob Aigner, Markus Haimburger, Wolfgang Gratt
Der unter dem Eindruck der gewaltigen Höhlenarchitektur stehende Besucher wird für einen kurzen Moment etwas an der Höhlenwand entlang huschen sehen: Es ist ein Kletterer - allerdings nur ein Viertel so groß wie ein erwachsener Mensch. Irritiert und verwundert wird er das Größenverhältnis der natürlichen Höhle neu erleben, bevor die Auflösung gefunden ist: Der Kletterer ist eine Videoprojektion und soll nicht zuletzt auf humorvolle Weise an die Zeit der Entdeckung der Dachstein Höhlen erinnern. Zur Produktion des Filmes wurde der Fels an dieser Stelle vermessen und als „Kletterwand“ in vierfacher Vergrößerung am Boden nachgebildet. Mit Hilfe sogenannter Bluebox-Technik wurde die kletternde Figur von einem Kran aus gefilmt , aus dem Hintergrund „ausgeschnitten“ und an die ursprüngliche Stelle projiziert.

Kristall stellar pieces

Höhlenkunst

Kristall stellar pieces Lichtinstallation, 2007, Dachstein Rieseneishöhle Gerald Roßbacher
Wenn Wasser von seinem gasförmigen in den festen Zustand übergeht, bildet es wunderschöne Strukturen wie Schneeflocken, Eisblumen, Reif und Rauhreif aus, welche alle auf der hexagonalen Kristallstruktur dieses Elements basieren. Die Installation "Stellar Pieces" besteht aus einer Wolke leuchtender sechsstrahliger Sterne, welche im Raum verteilt schweben und sich, aus einer bestimmten Position betrachtet, zu einer größeren, funkelnden Kristallform zusammensetzen. Gegen Ende des Weges durch den Artus-Dom platziert, leitet "Stellar Pieces" den Übergang zu der nun folgenden Eispassage der Höhle an. www.masinka.net

Regentrommel

Regentrommel Akustik-Installation, 2007, Koppenbrüllerhöhle, Pepi Maier
Eine Trommel auf hohen, stelzenartigen Beinen wird in der Koppenbrüllerhöhle an einem Ort platziert, an dem Wasser von der Höhlendecke tropft. Die Tropfen fallen auf das Fell der Trommel und erzeugen ein rhythmisches Schlagen. Die Koppenbrüller-Höhle ist die wasserführende Höhle im Dachsteingebiet. Das Objekt wird die Aufmerksamkeit der Besucher auf das Tropfen des Wassers lenken - Wasser, das über längere Zeit den Berg durchdrungen hat und an dieser Stelle an der Höhlendecke wieder austritt. Wasser ist das gestaltende Element der Höhlen. Das rhythmische Schlagen verweist auf die Zeit die dabei vergeht. Trommel und Beine sind aus CrNi Stahl gefertigt. Das Fell ist aus wasserfestem Kunststoff.

Höhl dir Zeit

Höhl dir Zeit Ticketing Installation 2007, Dachstein Rieseneishöhle/Mammuthöhle Philipp Erlach

Dachstein Welterbe Branding CI Implementierung 2006

Entwicklung Layer: Gerda Haunschmied
Imagefotos: Leonie Wiedenhoff

Der Relaunch des Gesamtprodukts ist in Zeit und Raum assoziativ stark verankert: sowohl historisch, als auch regional und international ist der den Alpen zugehörende Dachstein ein bereits sehr bekannter Begriff. Zusätzlich wurde dieser Begriff erst kürzlich weiter aufgeladen: Welterbe - ein Zertifikat, dass touristisch gesehen, noch nicht mit Inhalten belegt, promotet, thematisiert wurde.

Das Branding des touristisch-inhaltlichen Relaunch setzt darauf:
Keine neuen Begriffe werden eingeführt, sondern bereits Verankertes neu codiert und aktualisiert, das tragende Brand begleitet alle Angebote und prägt so den Gesamtauftritt: Die Corporate Indentity.

Das Logo setzt sich aus 2 Elementen zusammen:
Wortbildmarke Charakteristik: "Stempel" Assoziation: massiv, Urgestein, Felswand, geologisch, nachhaltig in Zukunft, nicht modisch, langfristig einsatzfähig, hoher Wiedererkennungsgrad, dynamisch: Produktinfo kann verändert werden, doch Brand bleibt erhalten
Layer Charakteristik: "Geste" Assoziation: Berg, Höhlen, Höhlenzeichnung, Leichtigkeit, Unbeschwertheit, Spuren etc. Nicht modisch - lange einsetzbar, hoher Wiedererkennungsgrad

Wortbildmarke und Layer einzeln und kombiniert einsetzbar, ergeben einen unverwechselbaren, zeitgemäßen und nachhaltigen Gesamtauftritt.
Das eindeutige Brand Wortbildmarke und Layer, stehen in ihrer Charakteristik,  den zur Zeit vorherrschenden, sehr austauschbaren CI Auftritten im gesamten nationalen und internationalen Auftritt in der Alpenregion unverwechselbar gegenüber.

Neuinszenierung Dachstein Welterbe Projektteam:

Gesamtprojektleitung: Elsa Prochazka Univ. Prof. Mag. arch.
Assistenz: Daniela Herold Mag.arch, Volker Gessendorfer, DI Projektmanagement: Andreas Kieninger Univ.Prof.
Künstlerische Leitung Höhlen: Pepi Maier, Univ.Doz. Mag.art
Projektleitung CI: Peter Döllmann. Mag.arch
Projektleitung CA: Walter Gruß, Mag.arch.
Merchandising: Daniela Herold Mag.arch
Fotodokumentation: Josef Pausch, Mag. art.
Werkstattleitung: Herbert Winklehner, Mag.art
Technische Beratung: Arthur Viehböck, Ing., Markus Eiblmayer Studienassistenz: Violeta Rogic, Gerda Haunschmid, Till Moser
Office strategies: Gertraud Kliment, Birgit Füreder

Die Studierenden von raum&designstrategien waren im Rahmen des Studienprogramms an der Gesamtprojektentwicklung aktiv beteiligt - die besten Arbeiten wurden für die Umsetzung kuratiert.

robert aigner ,amir andamy-velayati, georg brunader, constantin chaber, barbara connert, johannes dichtinger, philipp erlach, christine foglar, christoph franz, harald freudenthaler, silke grabinger, wolfgang gratt, markus haimburger, gerda haunschmid, stefan hofer, maximilian huebner, alexander huemer, stefan kainbacher, maria kletzmayr, franz landl, marlene leichtfried, eva-maria mähr, michael meier, christian mittermayr, judith moser, till moser, johann murk, silvia mussmann, elisabeth pfeffer, florian pfusterer, jan pleschko, bernhard reingruber, violeta rogic, roland schmidt, mathias schnell, helene schoissengeyr, christian schrenk, sabine sickinger, johannes steininger, switlana trattmayr, violetta wakolbinger, leonie wiedenhoff, franz wielach, alexander wiethoff, gerald rossbacher, künstler (absolvent r&d)

Kontakt:
raum&designstrategien
Univ. Prof. Elsa Prochazka (Leitung)
Reindlstraße 16 - 18
4040 Linz