Die Geschichte des Dachsteins:

Naturwunder im Rückblick.

Von der Almwirtschaft zur Welterberegion
Die Welterberegion am Dachstein mit ihren an den Fels geschmiegten Orten, klaren Seen und fruchtbaren Almen bot seit jeher perfekte Voraussetzungen für eine Besiedelung. Bereits während der Eiszeit ließen sich hier Menschen nieder, wie der Fund eines künstlich durchbohrten Höhlenbärenknochens in der Eishöhle beweist.

Darüber hinaus gibt es aus der Jungsteinzeit Funde, die nahe legen, dass die Menschen schon damals vom verborgenen Schatz des „Weißen Goldes“ – des Salzes – wussten.

Prähistorisches Almwesen am Dachstein
Vermutlich um 2500 v. Chr. stießen die ersten Siedler auf Salzquellen und wenig später begann die industrielle Gewinnung über den eigenen Bedarf hinaus. In diese Zeit reichen auch die ersten Beweise für Almwirtschaft am Dachstein zurück. Pollen von Weidepflanzen, Funde von Gebrauchsgegenständen und prähistorische Fundamentreste weisen darauf hin, dass künstlich gerodete Almen für die Bauern im Salzkammergut ein unverzichtbares wirtschaftliches Standbein waren.

In der älteren Eisenzeit, die dank der Ausgrabungen am Gräberfeld den Namen Hallstattzeit trägt, erlebte der kleine Ort am Hallstättersee eine Hochblüte. Der lebenswichtige Rohstoff Salz und gute Transportmöglichkeiten über die Traun sorgten dafür, dass die Hallstätter mit Kulturen auf der ganzen damals bekannten Welt in Berührung kamen und die Siedlung zeitweise reicher als Rom war.

Salzmetropole als „Staat im Staat“
In den darauf folgenden Jahrhunderten konnte Hallstatt seine Stellung als Salzmetropole erhalten und ist nachweislich eine der wenigen Landschaften Österreichs, die von der Altsteinzeit bis in die Römerzeit durchgehend besiedelt war.

Später, während der Herrschaft der Habsburger, kam dem Salzkammergut eine besondere Stellung zu. Von der Hofkammer verwaltet, bildete es sozusagen einen eigenen kleinen Staat im Staat und wurde von den Regenten gerne besucht.

Inspiration für Künstler und Forscher
Nicht nur das Salz hat das Innere Salzkammergut bekannt und berühmt gemacht. Die vielfältige herrliche Landschaft führte dazu, dass Maler, Literaten und Kunstschaffende die Einzigartigkeit dieser Region erkannten. So gilt der Hallstättersee als Geburtsstätte der Wiener Biedermeiermalerei und Adalbert Stifter wurde hier vom Landschaftsmaler zum Landschaftsliteraten mit Weltbedeutung. Forscher wie Alexander von Humbolt und Friedrich Simony fanden ideale Bedingungen für ihre Naturstudien. Und überdies war der Transport des Salzes ein „technischer Schrittmacher“ für das kontinentale Eisenbahnwesen - die erste Überlandeisenbahn des Kontinentes verband Gmunden mit Budweis und diente dem Salztransport.

Erstbesteigung und touristische Erschließung des Dachsteins
Erstmals unternahm im Jahre 1804 der Erzherzog Johann eine Exkursion auf den Gletscher des Dachsteins. Sechs Jahre später überquerte der Erzherzog Johann das Dachsteinmassiv über die Feisterscharte. Der Bergbegleiter des Erzherzogs sagte voraus, dass der Versuch, den Dachstein zu besteigen, nie gelingen würde.
Im Jahr 1812 scheiterte der Erzherzog Karl den Hohen Dachstein zu erklimmen, da dieser auf Grund des Eisfeldes des Hallstätter Gletschers umkehren musste. Jenes Eisfeld, welches heute nicht mehr existiert, wird „Karls Eisfeld“ genannt.
Jakob Buchsteiner bestieg im Auftrag von Erzherzog Johann im August 1819 den Torstein, den westlichsten, zweithöchsten Gipfel der Dachsteinsüdwand. Erstmals wurde im Jahre 1832 der Hohe Dachstein durch Peter Gappmayer bezwungen. Peter Gappmayer bestieg damals im Alleingang den Dachsteingipfel über den Gosaugletscher. Schon zwei Jahre danach brachten die Brüder Gappmayer Professor Peter Carl Thurwieser als ersten Touristen über den Gosaugletscher auf den Dachstein. Bei dieser Bergbesteigung stellte die Gruppe ein hölzernes Gipfelkreuz auf.
Der wohl bekannteste Dachsteinforscher ist Friedrich Simony, welcher 1840 zum ersten Mal nach Hallstatt kam. Im selben Jahr begann dieser mit seiner Erforschung der Landformen und der Gletscher des Dachsteingebirges. Auch in der Literatur wurde der Dachstein, dank der Freundschaft zwischen Simony und dem Autor Adalbert Stifter, erwähnt, in Stifters Werk „Bergkristall“.
Am 8.9.1842 überquerten Friedrich Simony und der Bergführer Johann Wallner den Dachsteingipfel von Osten nach Westen. Im darauffolgenden Sommer verbrachte Simony eine Nacht auf dem Dachsteingipfel. 1843 wurde auch der erste einfache Unterstand am Dachstein gebaut, dieser bot Platz für zehn Personen. Im Dezember 1847 erfolgte schließlich die erste Winterbesteigung des Dachsteingletschers durch Simony und Wallner. Um das Dachsteinmassiv auch für andere erlangbar zu machen, errichtete Simony einige Wege und Hütten.
Auch Simonys Söhne folgten dem Beispiel ihres Vaters, so bestieg Oskar Simony 1872 als erster den Mitterspitz, der drittgrößte Gipfel des Dachsteinhauptkamms, und ein Jahr später erklomm Arthur Simony als erster den Koppenkarstein.
1901 entdeckten Eduard Pichl, Eduard Gams und Franz Zimmer eine Route über die Südwand, den sogenannten Pichlweg, zum Dachsteingipfel.
Im Jahre 1909 fanden Irg und Franz Steiner die erste Kletterroute über die Dachstein Südwand. Diese Kletterroute wurde früher „Himmelsleiter der Steiner-Buam“ genannt und heute ist sie unter dem Namen „Steinerweg“ bekannt.
Am 15. April 1954 ereignete sich die Heilbronner Tragödie im Dachsteinmassiv. Drei Lehrer machten sich mit 10 Schülern auf den Weg um den Krippenstein. Trotz zahlreicher Warnungen kehrte die Gruppe nicht um, sondern setzte ihre Wanderung fort. Im Laufe der Zeit verzog sich das Wetter und begann stark zu schneien. Die Schüler sowie die Lehrer erfroren. Am 28. Mai 1954 wurden die letzten Vermissten gefunden.
1956 sowie 1961 wurde die 2. und 3. Teilstrecke der Dachsteinseilbahn eröffnet. Die 1961 errichtete Dachstein-Panoramastraße erleichterte den Bau der Dachstein-Südwandbahn, welcher von 1966 bis 1969 andauerte. Im Jahre 1997 wurden die Region Hallstatt-Dachstein/ Salzkammergut zum UNESCO Welterbe erklärt. Um die wunderschöne Aussicht vom Dachstein Welterbe zu begutachten, wurden die Aussichtsplattformen five fingers Dachstein und die Welterbespirale errichtet. Die 5 fingers wurde 2006 gebaut und die Welterbespirale 2009.

Die Entdeckung der Dachstein Eishöhle
Peter Gamsjäger entdeckte im Jahr 1897 die Dachstein Rieseneishöhle. Im Jahr 1910 entdeckte man die ersten Eisteile der Dachstein Rieseneishöhle. Zwei Jahre später begann schon die touristische Erschließung. Gleichzeitig trafen auch etliche Höhlenforscher aus der österreichisch-ungarischen Monarchie ein, um dieses Naturwunder weiter zu erkunden. Hanna und Hermann Bock und Georg Lahner stießen tiefer in die Dachstein Rieseneishöhlen vor, da sie den großen Eisabgrund überwinden konnten. Zwei Jahre später begann schon die touristische Erschließung. Im selben Jahr wurde die Dachsteinhöhle Koppenbrüllerhöhle, wo sich zu Zeiten Maria Theresias der Deserteur Franz Engl verstecken konnte und welche Friedrich Simony für wissenschaftliche Studien diente, zur Schauhöhle. Auch die Mammut Eishöhlen, welche schon früher Wilderern als Keller diente, begann man von der Westseite aus zu erforschen, drei Jahre später gelang es dann die Westseite dieser Dachstein Eishöhle mit der Ostseite, die in Richtung der Eishöhle Dachstein zeigte, zu verbinden. Für Besucher wurde im Jahre 1911 die Mammuthöhle, bereits ein Jahr nach der Entdeckung geöffnet. Die große touristische Veränderung trat aber erst 1951 mit dem Bau und der Eröffnung der Dachsteinseilbahn bis zur Schönbergalm ein. Seit dieser Zeit bewegen sich die Besucherzahlen zwischen 80.000 und 180.000 pro Jahr.

Mit der Sommersaison 2007 startete die Dachstein Höhlen- und Wanderwelt mit umfassenden Projekten und Installationen in ein neues Zeitalter. Die Kunstuniversität Linz, Institut für Raum- und Designstrategie, inszenierte die drei Schauhöhlen völlig neu. Die zusätzlichen großen Umbauten der ersten beiden Teilstrecken der Dachstein-Welterbe-Seilbahnen und Attraktivierungen im Bereich Talstation - Mittelstation wurden mit Mai 2008 fertig gestellt.

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